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Wie gesund ist eigentlich Kaffee?

Kaffee ist mit Abstand das beliebteste Getränk der Deutschen, noch vor Mineralwasser und Bier – rund 169 Liter trinkt jeder durchschnittlich pro Jahr. Doch wie gesund ist das beliebte Heißgetränk? Ein Überblick.
Er treibt den Blutdruck in die Höhe, macht nervös, raubt den Schlaf – Kaffee. Seine Trinker sterben früher, heißt es. Diese These gilt inzwischen als überholt. „Die allgemeine Beweislage ist ziemlich überzeugend, dass Kaffee in Bezug auf die Gesundheit eher gesundheitsfördernd als schädlich ist“, sagte Frank Hu, Vorsitzender der Abteilung für Ernährung an der Harvard T.H. Chan School of Public Health, in einem Artikel in Discover Magazin vom April 2021. "Für die meisten Menschen kann ein moderater Kaffeekonsum in eine gesunde Ernährung integriert werden." Diese These belegen auch neueste Studien zum Thema Kaffeekonsum.

So viel Kaffee ist gesund

Ein moderater Kaffeekonsum mit drei bis vier Tassen pro Tag wirkt sich demnach positiv auf die Gesundheit aus. Er verringert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Leberkrebs. Vermutet wird auch ein niedriges Risiko für Parkinson, Diabetes, Alzheimer und Depressionen. Grundlegend gilt: Kaffee gehört heute zu den Lebensmitteln, die weltweit am besten untersucht sind. Und es kommen ständig neue Erkenntnisse hinzu, die auch von großen internationalen Gesundheitsinstitutionen ausgewertet werden.

Kaffee erhält die geistige Leistungsfähigkeit

Weitere aktuelle Studien belegen, dass regelmäßiger Kaffeekonsum das Diabetesrisiko senkt und dass Kaffee positiv vorbeugend gegen Gebärmutterkrebs und Leberkrebs wirkt. Neueste Untersuchungen zeigen außerdem: Ein lebenslanger Konsum von Kaffee verringert das Risiko, an Depression zu erkranken und erhält die geistige Leistungsfähigkeit im Alter.

Dass Kaffee schlecht für die Gesundheit ist, ist also eine veraltete Annahme. „Manche Experten sagen inzwischen schon plakativ: Es ist ein größeres gesundheitliches Risiko, keinen Kaffee zu trinken“, sagt Birgit Warnecke, Diplom-Oecotrophologin beim deutschen Kaffeeverband.
„Manche Experten sagen inzwischen schon plakativ: Es ist ein größeres gesundheitliches Risiko, keinen Kaffee zu trinken“
Birgit Warnecke, Diplom-Oecotrophologin beim deutschen Kaffeeverband

Besonders gut wissenschaftlich belegt sind die positiven Auswirkungen auf die Lebergesundheit. Aktuelle Studien belegen die positive Wirkung auf eine nichtalkoholische Fettleber (wenn keine Fettstoffwechselstörung vorliegt) bei einem Kaffeekonsum von maximal sechs Tassen Kaffee pro Tag. Der Grund: Das Koffein senkt Entzündungen.

Entzieht Kaffee dem Körper Wasser?

Die Antwort lautet: nein. Früher hieß es, dass Kaffee dem Körper Wasser entziehe, weswegen es in vielen Cafés zum Kaffee ein Glas Wasser gab. Diese These gilt inzwischen als überholt. Er wirkt zwar harntreibend, aber wird vom Körper wie Wasser behandelt, leistet also einen positiven Beitrag zur Flüssigkeitsbilanz des Körpers. Deswegen ist es nicht nötig, mehr Wasser zu sich zu nehmen. Trotzdem ist Kaffee kein Durstlöscher, Kaffee sollte in Maßen genossen werden.

Kaffee ist nicht gleich Koffein

Koffein ist beliebt. Schließlich macht der Stoff munter, erhöht Konzentration, Stimmung, Antrieb und Aufmerksamkeit. Auch das Denken und das Langzeitgedächtnis werden gesteigert. Doch grundlegend gilt: Koffein im Kaffee wirkt anders als Koffein in Energydrinks. Der Grund: Das Koffein ist im Kaffee an andere Stoffe gebunden. Koffein ist einer der zahlreichen Inhaltsstoffe im Kaffee. Er verknüpft sich mit den Adenosinrezeptoren in den Zellen, verdrängt den Müdigkeit auslösenden Botenstoff Adenosin. So entfaltet er seine wachmachende Wirkung.

Wirkung von Mensch zu Mensch unterschiedlich

Koffein fördert nicht nur die Konzentration, sondern beschleunigt auch die Herztätigkeit – und löst Harndrang aus. Der anregende Effekt tritt nach 15 bis 30 Minuten ein, kann mehrere Stunden anhalten. Die Dauer der Wirkung hängt von Mensch zu Mensch ab, wird auch von den Genen beeinflusst. Koffein wirkt bei Frauen meist doppelt so lang wie bei Männern. Dabei gilt: Kinder, junge Menschen und Schwangere reagieren anders als Ältere. Grundlegend gilt: Wer regelmäßig trinkt, reagiert weniger stark auf Koffein.

Wie wird der Koffeingehalt beeinflusst? Wie viel Koffein man zu sich nimmt, das hängt übrigens nicht nur von der Menge des Kaffees, sondern auch davon ab, ob Arabica oder Robusta in der Tasse landen. Der Koffeingehalt ist bei Robustabohnen etwa zwei bis viermal so hoch wie bei der Arabica-Pflanze.

Filterkaffee und Espresso

Zu unterscheiden sind auch die gesundheitlichen Auswirkungen von Filterkaffee und Espresso. Espresso enthält weniger Säure, da er länger geröstet wurde. Dafür enthält Filterkaffee deutlich weniger Cafestol und Kaherol, da sie im Filter hängen bleiben. Diese Stoffe wirken sich negativ auf den Cholesterinspiegel aus. Wer erhöhte Werte hat, sollte also besser Filterkaffee trinken.

Treibt Kaffee den Blutdruck in die Höhe?

Koffein im Kaffee hat Einfluss auf den Blutdruck. Er bringt damit manchen Morgenmuffel auf die Beine. „Das ist ein Fakt“, sagt Birgit Warnecke, Diplom-Oecotrophologin beim deutschen Kaffeeverband. Diese Wirkung sei aber nur vorübergehend: Die Gefahr, einen dauerhaften Bluthochdruck zu entwickeln, besteht in der Regel nicht. Dies ist das Ergebnis der meisten wissenschaftlichen Analysen. Auch bei Patienten mit bestehendem Bluthochdruck zeigte sich bei den meisten wissenschaftlichen Studien kein nachteiliger Effekt.

„In neueren Studien zeigten sich sogar eher Hinweise darauf, dass Kaffeetrinker einen niedrigeren Blutdruck aufwiesen als Nicht-Kaffeetrinker.“ Man geht davon aus, dass hierfür die reichlich im Kaffee enthaltenen Antioxidantien verantwortlich sind. „In Bezug auf Hypertoniker - also Bluthochdruckpatienten - ist die Studienlage noch immer nicht eindeutig“, sagt Warnecke. Bluthochdruckpatienten sollten ihren Kaffee daher in moderaten Dosen (bis zu drei Tassen am Tag) genießen oder auf entkoffeinierten Kaffee umsteigen.

Kaffee in der Schwangerschaft

Kaffee kann sich in der Schwangerschaft negativ auswirken, aber die Studienlage ist noch nicht eindeutig. Folgen sind möglicherweise ein geringeres Gewicht bei der Geburt oder eine Frühgeburt. Darauf deuten die meisten Studien hin. Dies mag für reif geborene Säuglinge weniger relevant sein, für Frühgeborene zählt aber halt jedes einzelne Gramm.

„Nach bisherigen Erkenntnissen ist der Konsum von bis zu 200 mg Koffein am Tag (aus allen Quellen - rein auf Kaffee bezogen, entspricht dies in etwa zwei bis drei Tassen Kaffee / Tag) sowohl während der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit unbedenklich“, sagt Warnecke. Wer auch in der Schwangerschaft nicht auf Kaffee verzichten möchte, kann selbstverständlich sehr gut auf entkoffeinierten Kaffee ausweichen. Bei Frauen, die an Osteoporose leiden gilt: Sie sollte ihren Kaffeekonsum reduzieren. Osteoporose ist eine Krankheit, bei der die Knochen leichter brechen.

Unsere Empfehlung: Spezialitätenkaffee

Für den empfohlenen moderaten Kaffeekonsum von bis zu vier Tassen pro Tag empfehlen wir bei Kaffee auf Qualität statt auf Quantität zu setzen, also in Maßen zu genießen. Probier es mal mit Kaffee von einem lokalen Röster! Durch die schonende Röstung per Hand wird zudem vermieden, dass Kaffee auf den Magen schlägt und gleichzeitig wird dein Gaumen zum Tanzen gebracht. Der Kaffee wird zudem viel fairer gehandelt als Commodity Coffee und hat eine ganz andere Qualität. Das macht sich in der Tasse bemerkbar.
written by

Christopher Braemer

Christopher ist gelernter Journalist und arbeitet im Marketing von Röststätte Berlin. Am Herzen liegen ihm der Röststätte-Newsletter und der Contentbereich. Für den Blog schreibt er über Kaffee aus aller Welt, aber auch über Wirtschaft, Politik oder Nachhaltigkeit. Falls ihr Fragen oder Anregungen habt, schreibt ihm gern eine Nachricht.

Quellen: Deutscher Kaffeeverband, NDR, SWR, Apothekenumschau, Oekotest.de
Fotos: Laura Droße
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