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Paraiso - unser Winner Espresso!
Mit dem Espresso mit dem wunderschönen Namen Paraiso hat Nicole die Deutschen Barista Meisterschaften 2018 gewonnen. In diesem Beitrag erläutert Nicole wie sich die Suche nach dem besonderen Competition Kaffee gestaltet hat und was diesen Kaffee einzigartig macht.
Wenn man sich Vorstellt mit: “Hallo! Ich bin Nicole und ich mache Kaffee!” Dann wird man leider nicht immer ganz ernst genommen. Erwähne ich allerdings den Gewinn eines Holzklotzes mit einem wunderschönen Tamper darauf - und das ich mich eben deswegen deutsche Barista-Meisterin nennen darf, dann hören auf einmal mehr Leute hin. Die Reaktionen auf diese Aussage sind sehr vielfältig. Oft begegnen mir überraschte Gesichter und viel Neugier: “Es gibt Kaffee-Meisterschaften? Was macht man denn da so? Also du hast tatsächlich einen Preis fürs Kaffee machen bekommen?” Ja. Das habe ich. Und es ist so viel mehr - aber tatsächlich - gleichzeitig auch „nur“ Kaffee machen.

Auf der Suche nach dem Einen
Die Entscheidung erneut bei der Barista-Meisterschaft anzutreten, fiel uns nicht schwer. Mit einem so großartigen Team im Rücken wäre es eine Verschwendung unser Potential nicht auszuschöpfen. So begann unsere Suche nach dem einen, dem besonderen Kaffee. Doch im Gegensatz zu dem Traumpartner, den man einfach irgendwie trifft, erscheint der Kaffee deines Lebens nicht einfach neben dir im Supermarkt, in einer Bar oder beim Joggen im Park. Doch glücklicherweise hatte ich Unterstützung und so kam es, dass Ivo bei einem so genannten Pre-Shipment Sample Cupping einen Kaffee probierte, der ihn so sehr beeindruckte, dass er sofort alle verfügbaren Säcke reservierte und mir noch am gleichen Tag begeistert von der Komplexität eines kolumbianischen Kaffees erzählte, den er im Cupping verkostet hat.
Der Tausendundeine Kaffee
Während mich die Aufregung fing, unter Zeitdruck meinen perfekten Kaffee zu finden, wog sich Ivo in Geduld bis zur Ankunft eben dieses kolumbianischen Kaffees mit dem einprägenden Namen “Paraiso”. In der Zwischenzeit gingen zahlreiche andere Cuppings ins Land. Ich versuchte etliche äthiopische Kaffees, bändelte mit dem ein oder anderem Brasilianer an, zwischenzeitlich auch einige Kaffees aus Kenia, Panama, Guatemala. Es schien mir fast hoffnungslos. Bitte versteht mich nicht falsch, die Qualität der verkosteten Kaffees war sehr gut und zum Teil herausragend, aber die Faszination, das gewisse Etwas - das ganz Besondere - fehlte. Ende November war es endlich so weit. Ich hatte noch nicht einmal bemerkt wann genau die Lieferung kam. Aber eines Morgens ging ich in unser Kaffee-Lager und ein lieblich-süßer Duft strömte mir entgegen. Mit dem Duft erinnerte ich mich wieder an Ivo’s Hinweis er habe erstmals eine Charge des neuen Kaffee aus Kolumbien geröstet. Der Rohkaffee habe sehr intensiv und süß gerochen. Und da stand ich nun vor dem Sack, der dieses Aroma versprühte.
El Paraiso, Colombia, natural.
Der Aufdruck besagte: El Paraiso, Colombia, natural. Ich beugte mich weiter vor und nahm einen tiefen Atemzug. Und da war es. Ich war 6 Jahre alt. Im Garten meiner Großeltern. Und ich habe geweint. Und mein Opa holte mir einen Kaugummi und ein Pflaster. Ich roch an diesem Kaffeesack und war sofort in einer Erinnerung. Die grünen Bohnen rochen einfach nach süßem, rosa farbigem Kaugummi. Ich konnte es kaum erwarten. Wir probierten den Kaffee noch am selben Tag. Viel zu frisch nach der Röstung. Doch das war uns egal, denn wir alle wussten, dass könnte er sein, der eine, der Besondere. Und er war es auch. Weich, rund, cremig, leicht, fruchtig, floral, Jackpot!
Aroma & Geschmack
Ivo und ich stellten einen Röstplan mit verschiedenen Profilen auf.
Wie lange soll der Kaffee nach der Röstung liegen? Wann schmeckt er mit welchem Profil am besten?
Das Feintuning und die perfekte Extraktionszeit veränderten sich einige Male, aber nie so sehr, dass ich den Paraiso als schwierig empfand. Egal an welchem Tag ich den Kaffee probierte, ich wusste - das ist mein Espresso für die Meisterschaft. Ich holte mir so viele Meinungen wie möglich ein und ließ den Espresso von allen verkosten die mir über den Weg liefen. Das Feedback war überwältigend und das Geschmacksprofil wie folgt:

Der Duft hat etwas von sehr reifen Himbeeren. Geschmacklich trifft eine runde Textur von reifer Banane auf eine elegante Nussigkeit von Macadamia während die leichte Spritzigkeit der Himbeeren wiederkehrt. Die besonders weiche Textur legt sich dabei auf die Zunge wie eine Decke aus Samt. Der Nachgeschmack bleibt sehr angenehm und erinnert mich an selbstgemachte Marmelade. In Verbindung mit Milch verändert sich der Geschmack und wird sehr karamellig mit leichten Erdbeernoten.
Für mich war es eine große Ehre diesen herausragenden Kaffee bei der deutschen Barista-Meisterschaft 2018 vorzustellen. Und danke an das ganze Team von Röststätte Berlin, dass ihr alles Coffee Freaks seid.
written by
Nicole Battefeld
Nicole ist Head Barista von Röststätte Berlin und Trainerin in unserer Academy. Zu ihren bisher größten Erfolgen zählen der Gewinn der Deutschen Barista Meisterschaft 2018 und der fünfte Platz bei den World Coffee in Good Spirits Meisterschaften 2019. Im Röststätte Blog ist sie eure Ratgeberin rund um ihre Arbeit als Barista.
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